Tag 4 – Ackerbau, Soja-Zölle, 3-Gänge-Netzwerk und politische Gespräche

Die Grüne Woche geht in ihre zweite Woche und freut sich über mehr als 100.000 Besucher in den ersten Tagen. Die Messehallen hatten gerade mal geöffnet, da wurde beim DRV-Stand schon eine absolute Neuerung ins Leben gerufen: die Initiative Plattform Ackerbau. Auf Initiative und unter Koordination der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) haben führende Verbände aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel den Startschuss gegeben, für eine neutrale Schnittstelle für alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette – vom Anbau bis zum Lebensmitteleinzelhandel. 

Die Ziele sind klar definiert: Es geht darum, unabhängigen Know-how-Transfer entlang der Wertschöpfungskette Ackerbau sowie zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern zu betreiben. Zudem sollen strategisch wichtige Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Innovation und Qualitätssicherung gemeinsam vorangetrieben werden.

Als Verband der Wertschöpfungskette wird der DRV hier eine wichtige Rolle einnehmen, wie DRV-Geschäftsführer Dr. Philipp Spinne gegenüber den Medien sagte: „Die Anforderungen an Qualität und Standards werden kontinuierlich komplexer, der Ackerbau vereint zahlreiche Akteure. Nur gemeinsam können wir die Zukunft des Ackerbaus wirtschaftlich und nachhaltig gestalten.“ Neben DLG und DRV sind der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft (VGMS), der Verband Deutscher Großbäckereien und der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) bei der Initiative dabei. 

Aber natürlich stand am vierten Messtag auch wieder der Austausch mit der Politik im Mittelpunkt: Zu einer konstruktiven und intensiven Arbeitssitzung trafen sich DRV-Präsident Franz-Josef-Holzenkamp und Hauptgeschäftsführer Jörg Migende mit dem sächsischen Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch und dessen Staatssekretär Ulrich Menke. Das Landwirtschaftsministerium und der DRV sind in Abstimmung eines Positionspapiers zu den Vorschlägen der EU-Kommission zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027. Die als Mehrfamilienbetriebe strukturierten Agrargenossenschaften in den neuen Bundesländern benötigen hierbei eine besondere Beachtung.

Niklas Wagener, Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und Verteidigung im Deutschen Bundestags, sprach mit Agravis und DRV über kritische Infrastruktur, die Chancen von Mercosur sowie die notwendigen Rahmenbedingungen für die Stärkung des deutschen Tierhaltungsstandorts Deutschland aus. Hermann Färber, Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses, war nach seinem Besuch am Sonntag und dem Austausch mit dem BWGV bereits zum zweiten Mal beim DRV. Heute suchte er das Gespräch mit den Unternehmen Arla und Agravis sowie DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp.

Mit Dr. Oliver Vogt, Berichterstatter für landwirtschaftliche Themen im Haushaltsausschuss des Bundestags, kamen Agravis-Vorstandsvorsitzender Dr. Dirk Köckler, DRV-Geschäftsführer Dr. Philipp Spinne und Holzenkamp in den Dialog. Themen: krisenfeste, resiliente Infrastruktur und steuerfreie Risikoausgleichsrücklage. 

In den am Messestand geführten Gesprächen mit den Medien waren die über das Wochenende aufgekommenen Überlegungen zu Gegenzöllen auf US-amerikanisches Soja großes Thema. Die faktenbasierte Einschätzung des DRV lautet: Europa importiert durchschnittlich 14 bis 15 Millionen Tonnen Soja pro Jahr – davon rund ein Drittel aus den USA. Damit ist die EU hinter China der zweitgrößte Soja-Importeuer der Welt. Die Gefahr von Versorgungsengpässen für Deutschland und Europa schätzt der DRV aber als gering ein, da mit Brasilien ein weiterer großer Anbieter von Soja vorhanden ist.

Voll wurde der Stand am Abend: Etwa 200 Besucher aus dem politischen Berlin – darunter sehr viele Mitarbeitende von Abgeordneten und in den Ministerien – durften wir am Abend begrüßen. Bereits seit 2020 veranstalten wir am Messemontag gemeinsam mit dem BDP und dem IVA unser ‚Netzwerk in drei Gängen‘. Diesmal mit freundlicher Sponsoringunterstützung durch den DBV und ZDG.

Partner des Tages

Heute dürfen wir zwei Partner vorstellen: Die Arla Foods Deutschland gehört zu den stärksten europäischen Molkereigenossenschaften. Als Molkereigenossenschaft macht sie den Unterschied, denn sie deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – vom Arla Hof bis ins Kühlregal. Für Arla gehört die nachhaltige Transformation der Milchwirtschaft ganz oben auf die Agenda von Politik und Wirtschaft – auch in der Landwirtschaft und Ernährungsbranche. Deswegen ist Arla Foods mit dem Nachhaltigkeitsprogramm FarmAhead Technology als Partner auf unserem Stand. Mit einer VR-Brille taucht man in die moderne Milchwirtschaft auf einem Arla Innovationshof ein. Hier wird gezeigt, dass sich nachhaltige Maßnahmen und Tierwohl gut mit der Wirtschaftlichkeit der Betriebe ergänzen.

Fortschritt und Nachhaltigkeit in Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft: Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V.), 1885 von Max Eyth gegründet, steht für Produktivität und Ressourcenschutz in einer nachhaltigen und innovationsfreundlichen Wertschöpfungskette Agrar und Ernährung. Ziel der DLG ist, mit Wissens-, Qualitäts- und Technologietransfer den Fortschritt zu fördern. Die DLG hat mehr als 30.000 Mitglieder, sie ist gemeinnützig, politisch unabhängig und international vernetzt.